Geräte für den Innenangriff

Denkt man an die Feuerwehr, fällt einem – natürlich – oft zunächst die Aufgabe der Brandbekämpfung ein, beinhaltet dieses ja bereits unsere Namensgebung.

War das Ziel in früheren Zeiten, das Schadenfeuer möglichst schnell mit möglichst viel Wasser zu ertränken, hat sich diese Vorgehensweise im Lauf der Entwicklung des Feuerlöschwesens sehr stark gewandelt. Um aber noch einmal auf die Anfangszeit der Feuerwehren einzugehen – Früher war die bauliche Substanz der Gebäude völlig anders beschaffen. Organische Stoffe, wie z.B. Holz und Stroh wurden verbaut. Fenster und Türen waren längst nicht so gut isoliert, wie heute und auch Vorkehrungen, wie Brandwände und Abstände zu Nachbargebäuden wurden nicht getroffen. Im Brandfall war das Ergebnis oft eine aggressive Feuersbrunst, da der Brandraum in kurzer Zeit in Vollbrand stand und sich spätestens durch berstende Fenster schnell ausbreiten konnte.

Später wurden Gesetze und Richtlinien erlassen, die u.a. auch dem vorbeugenden Brandschutz „Einzug“ in neue Bauten gewährt haben. Andere Baustoffe wurden populär und die Einrichtungen der Wohnung wurden nun nicht mehr aus Massivholz, sondern zunehmend aus Kunststoffen und Spanplatten gefertigt. An diesem Punkt befinden wir uns in der heutigen Zeit. Kommt es heute zu Schadenfeuern, werden daraus nur noch in wenigen Fällen ausgedehnte Vollbrände, denen es mit massivem Wassereinsatz zu begegnen gilt. Obwohl die Brände heute nicht mehr so schnell fortschreiten wie früher, ist das Gefahrenpotenzial nicht weniger gering. 

Bei geschlossenen Fenstern und Türen bleiben Brände heute sehr lokal begrenzt. Da allerdings durch die verbrennenden Kunststoffe die Rauchentwicklung viel stärker und deutlich giftiger ist, hat sich diese heutzutage zu einer neuen Hauptgefahr entwickelt.

Der Rauch ist durch die Verbrennung von Kunststoffen nicht nur deutlich dichter und flockiger, sondern auch um ein Vielfaches giftiger und somit tödlicher. Brandrauch hat eine weitere Eigenschaft: Er ist brennbar. Sammelt er sich in einem Raum und wird thermisch aufgeheizt, geht von ihm akute Entzündungsgefahr aus. Wird nun ausreichend Luftsauerstoff hinzugefügt, z.B. durch ein berstendes Fenster oder eine Tür, die durch den vorrückenden Angriffstrupp geöffnet wird, kann auch er unter bestimmten Voraussetzungen durchzünden und somit die vorrückenden Kräfte, zu rettende Personen und Tiere gefährden und zu einer rapiden Brandausbreitung führen.

Durch diese veränderte Gefahrenlage entstanden einige Hilfsmittel, die wird heute mitführen. Auf dem Bild sehen Sie eine Auswahl dessen, was zur unmittelbaren Brandbekämpfung eingesetzt wird.

Da wäre zum Beispiel der motorbetriebene Lüfter. Er wird außerhalb des Gebäudes, meist an der Haustür, postiert und erzeugt einen Überdruck, der in den Treppenraum geleitet wird. Hat der vorgehende Angriffstrupp in der Brandwohnung nun ein Fenster geöffnet, kann die Brandwohnung sofort entraucht und viele der genannten Gefahren neutralisiert werden.

Um zu verhindern, dass Rauch in bestimmte Bereiche zieht, nutzen wir einen sog. „mobilen Rauchverschluss“ – Dieses ist der weiße Vorhang mit der Klemmvorrichtung, welchen Sie im Bild unten rechts setzen. Der mobile Rauchverschluss ist wie eine Löschdecke beschaffen und kann mit der Klemmvorrichtung in einem Türrahmen befestigt werden. Der Luftstrom des Lüfters kann unter ihm hindurch ziehen, der Rauch wird zurückgehalten. Er wird insbesondere dann verbaut, wenn wir z.B. innerhalb des Gebäudes Türen passieren müssen, deren Öffnen zu einer Rauchausbreitung in andere Bereiche führen würde.

Während wir dem Rauch mit diesen Geräten gut Herr werden können, müssen wir uns natürlich noch um das Feuer kümmern.

Um uns gewaltsamen Zutritt zu Wohnungstüren oder Fenstern verschaffen zu können, benutzen wir ein „Halligan Tool“ zusammen mit einem Spalthammer. Die Werkzeuge befinden sich in einer Tragevorrichtung und liegen hier rechts neben dem Lüfter. Da das Halligan Tool verschiedene Werkzeuge an einem Gerät vereint, können wir es vielseitig einsetzen, um z.B. in eine brennende Wohnung vorzudringen, deren Tür von außen abgeschlossen ist.

Auf dem Weg zum Brandraum müssen oftmals viele Treppenstufen erklommen werden. Als wäre das unter der kompletten Schutzkleidung mit Atemschutz, welche allein ca. 20-25kg wiegt, nicht schon anstrengend genug, müssen wir auch unsere Schlauchleitung verlegen. Für diesen Zweck nimmt jeder Trupp (bestehend aus zwei Leuten) zwei Schlauchtragekörbe mit, in denen sich pro Korb jeweils 45m Schlauchlänge befinden. Der Schlauch ist „Im Zickzack“ eingelegt, so dass er sich automatisch auslegt, wenn man die erste Kupplung oben abnimmt.

Spätestens wenn der Trupp dem Brandrauch begegnet, wir sprechen hier von der „Rauchgrenze“, ist nur noch mit Wasser am Rohr vorzugehen. An dieser Rauchgrenze muss also sämtliches Schlauchmaterial aus dem Korb entnommen und, unter Druck stehend, hinter sich hergezogen werden. Für diesen Moment ist der Schlauch nicht nur „Im Zickzack“ gelegt. Es ragen einige Schlauchbuchten hervor, die ein Truppmitglied greift und ein paar Meter zurückgeht. Dadurch legt sich der Schlauch automatisch in große Kurven, die das Hinterherziehen deutlich vereinfachen.

Für die Brandbekämpfung von Zimmerbränden führen wir ein Schlauchpaket mit, welches bereits mit einem Strahlrohr zusammengekuppelt ist. Auf dem Bild sehen Sie es direkt unter dem Lüfter.

Erreicht der Wasserdruck das Schlauchpaket, reißen die drei Kabelbinder, die es zusammenhalten. In diesem Moment formt sich der Schlauch zu einer Schnecke, welche wir sogar an eine Wand stellen können. Diese Eigenschaft machen wir uns vor allem in Treppenräumen zunutze, da niemand mehr über den aufgestellten Schlauch stolpern kann und wir den Schlauch mit wenig Kraftaufwand bis zum Brandraum vorziehen können.

In dieser Auswahl fehlt die Wärmebildkamera. Ihr widmen wir eine eigene Seite.